art meets science ist ein Veranstaltungsprojekt zu Ehren des Physikers, Künstlers und Höhlenforschers Herbert W. Franke











Computergrafiken: Herbert W. Franke und Horst Helbig

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Ausstellungs-Eröffnung im ZKM: Writing the History of the Future



23.7.2019: Das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe, das ZKM, wie es Insider der multimedialen Kultur nur nennen, feiert einen runden Geburtstag - und sich selbst. Just am gleichen Tag, an dem das KIT, das Karlsruher Institut für Technologie, mit anderen Hochschulen der Republik im fernen Berlin zum Exzellenz-Universität ernannt wurde, eröffnete das ZKM eine gewaltige Werkschau mit dem Titel "Writing the History of the Future". Sie zeigt Arbeiten der ZKM-eigenen Sammlung und gibt Einblick in die Geschichte einer Kunstrichtung, die zwar bis heute um Anerkennung am Kunstmarkt ringt, dennoch Avantguardisten aus der ganzen Welt schon seit Jahrzehnten zu kreativem Schaffen inspiriert. Diese Kunstform ist nicht nur abhängig von fragilen Technologien, die reparaturanfällig sind, sie erfordert vom Künstler auch bei der Konzeption – sonst bei Kunstschaffenden unüblich - erhebliches technologisches Wissen. Insofern ist der Standort Karlsruhe für ein Museum solch alternativer Künste im Spannungsfeld von Kunst und Technik geradezu programmatisch: In Karlsruhe, wo vor gut fünfzig Jahren die Technische Hochschule, das heutige KIT, entstand, wurde – wenn auch gegen manchen Widerstand aus Politik und Bevölkerung, der heute längst vergessen ist - vor dreißig Jahren das ZKM gegründet. Jetzt bewirbt sich die Stadt als erste deutsche Teilnehmerin sogar um den Titel einer UNESCO Creative City of Media Arts und will in den illustren Zirkel von derzeit weltweit nur 14 Städten dieser Kategorie aufgenommen werden. Die Chancen dafür stehen gut – und die Jubiläums-Ausstellung setzt dafür auch ein Ausrufungszeichen. Auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 6000 Quadratmetern präsentieren ZKM-Vorstand Peter Weibel sowie Sammlungs-Chefin Margit Rosen eine attraktive Schau dieser Künste in all ihrer Vielfältigkeit.

Was Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Fotoapparat begann, hat - wie der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin schon in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts prognostizierte - den „Gesamtcharakter der Kunst verändert“. Dem Fotogerät hat sich längst ein ganzes Arsenal von Maschinen hinzu gesellt: Filmkameras, TV-Apparate, Videorekorder, Computer samt der für ihren Betrieb heute erforderlichen, bunt schillernden digitalen Software bis hin zum Internet - Hard- und Software also, die das Bild unserer modernen Gesellschaft prägen, sind inzwischen nicht nur vom Militär, sondern auch von den schönen Künsten umfänglich okkupiert worden. Sie nutzen all das Werkzeug kreativ für kinetische und interaktive Kunst, für Sound Art, visuelle Poesie und mediale Kunstformen in allen möglichen sonstigen Schattierungen, für die es aufgrund ihrer großen Heterogenität bis heute keine kunsthistorisch allgemein gültige Klassifizierung gibt. Sie zu finden, halten manche Kunsttheoretiker angesichts der Fülle von multimedial Möglichem für theoretisch nicht mehr fassbar, eine Auffassung übrigens, der Peter Weibel in seiner Festrede zur Eröffnung vehement widerspricht. Es gibt, so zitiert er den Psychologen Kurt Lewin, "nichts praktischeres als eine gute Theorie". Und in der Tat: Wer eine Ausstellung dieser Dimension plant, braucht für die Auswahl der Objekte aus einem so großen Bestand eine grundlegende theoretische Abstraktion, sonst kommt er nie zum Ziel. Ob die notwendigerweise auf Dauer Bestand haben muss, bleibt indessen ungewiss. Denn es ist immer schwierig die Struktur eines Stromes zu erkennen, wenn man gerade mitten in ihm schwimmt. So schreibt das ZKM zwar mit der Ausstellung bereits an der neuesten Geschichte dieser Kunst-Zukunft mit, und einige Trendlinien zeichnen sich jetzt schon vage ab, aber es wird noch dauern, ehe sich eine kunsthistorisch gültige Genealogie von Stilrichtungen der maschinengetriebenen Kunst herauskristallisiert, die mit der künstlerischen Fotografie begann und inzwischen bis zum Einsatz künstlicher Intelligenz reicht.

Medienkunst in vielen Schattierungen: Nam June Paiks „Arche Noah“ aus dem Jahr 1989 (oben links). „Simulated Color Mosaic“ von Hiroshi Kawano. Das Original entstand 1969 mit der Programmiersprache FORTRAN und ist mit einem schwarzweißen Zeilendrucker geprintet und anschließend als Gouache coloriert worden. 2011 rekonstruierte das ZKM das Bild und realisierte es im Digitaldruck (oben mitte). „Memory Theater VR“, eine Virtual-Reality-Installation von Agnes Hegedüs aus dem Jahr 1997 (oben rechts). Alberto Biasis „Light Prisms, Cinereticolo spettrale“ aus mobilen Kristallprismen, 1962-65 entstanden (unten links). “Interactive Plant Growing“ von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau aus dem Jahr 1992, bei der der Zuschauer durch unterschiedliche Berührungen von aufgestellten Pflanzen auf einer großen Leinwand digitales Grün elektronisch wachsen lassen kann (unten rechts). Fotos: ZKM (außer unten rechts) und Laurent Mignonneau

Herbert W. Franke, hier in der Ausstellung vor seinem ersten digitalen Werk "Quadrate" aus dem Jahr 1967 zu sehen, schrieb als Künstler, aber auch als reger Publizist dieser Kunstform schon im Jahr 1957: „Für mich ist es ganz gleichgültig, mit welchem Material ein Künstler arbeitet: mit dem Pinsel, der Spritzpistole oder auch mathematisch berechnet sind.“ Franke erkannte bereits früh die zahlreichen Möglichkeiten, die sich mit der multimedialen Kunst eröffnen. Schon Mitte der sechziger Jahre betonte er, dass es ihm als Künstler nicht darum ginge, statische Bilder zu produzieren, die man an die Wand hängen kann. Der Computer sollte neue Ausdrucksmöglichkeiten schaffen und beispielsweise für dynamische oder auch interaktive Werke genutzt werden, bei denen der Künstler oder auch die Betrachter eingreifen können. So ist in der multimedialen Kunst aus dem bisher passiven Rezipienten inzwischen ein aktiver Teilnehmer am Gestaltungsprozess geworden. In der Ausstellung kann man sich davon in zahlreichen Beispielen inspirieren lassen und selbst zu einem relevanten Teil des Kunstwerkes werden. Foto: space press

Laurent Mignonneau zeigt Herbert W. Franke den „Life Writer“, eine zusammen mit der Künstlerin Christa Sommerer 2006 entwickelte und von ihm selbst gebaute Schreibmaschine mit unsichtbarem, digital gesteuerten Innenleben. Dank der verborgenen Algorithmen lassen sich durch Tastendruck nicht nur Texte schreiben, denn die Buchstaben verwandeln sich auf dem „Papier“ zu verschiedenen insektenartigen Wesen in einer zweidimensionalen Welt, die sich von Buchstaben ernähren können. Manche Arten fressen sogar andere Mitglieder ihrer Sozietät. Sie sind unter bestimmten Bedingungen sogar fähig, sich zu vermehren. Über die sich so entwickelnden Generationen hinweg passen sie ihr Verhalten der Situation in ihrem Lebensraum an. Foto: space press



"Experimentelle Ästhetik" - Museum für Angewandte Kunst, Wien

Zum fünfzigjährigen Jubiläum einer Ausstellung

1959 eröffnete das "Museum für angewandte Kunst" in Wien die Ausstellung "Experimentelle Ästhetik" mit Bildern des Physikers und Künstlers Prof. Dr. Herbert W. Franke. Zum ersten Mal auf dem alten Kontinent präsentierte ein anerkanntes Kunstmuseum eine umfängliche Ausstellung mit maschinell erzeugter Bildkunst – ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der elektronischen Künste.

Anlässlich dieses Jubliäums können Sie hier die Bilder dieser Ausstellung virtuell noch einmal erleben und Wissenswertes dazu erfahren. Heute gilt Franke weltweit als Pionier der elektronischen Kunst, der er über fünfzig Jahre hinweg nicht nur als Künstler, sondern auch als Theoretiker und Publizist wichtige Impulse verliehen hat.

Virtuelle Ausstellung besuchen.

Veranstaltungsreihe

Wissenschafts-Talks mit Herbert W. Franke

Die Reihe "art meets science" fand im Frühsommer 2007 zum achtzigsten Geburtstag des Computerkünstlers und Literaten Prof. Dr. Herbert W. Franke an verschiedenen Orten in Deutschland und Österreich statt. In einem moderierten Wissenschafts-Talk diskutierte er mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Herkunft über Themen wie die Zukunft des Menschen, über die Entstehung von Kunst, über Fragen des Menschseins und der Künstlichen Intelligenz sowie Realität, Wahrnehmung und Cyberspace. Alle Veranstaltungen sind über einen Webcast abrufbar.

Alle Veranstaltungen

24. Mai 2007 | Wien

Künstlerhaus Wien

Wissenschafts-Talk:

Leonardo 3000: Die alternative Schöpfung

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im Binärcode" - Computerkunst-Ausstellung mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

6. Juni 2007 | Berlin

Archenhold Sternwarte

Wissenschafts-Talk:

"Homo sapiens: Unfall, Zufall oder Ziel der Natur?"

Multimedia-Performance im Planetarium:

Weltraum-Texte im Planetarium der Sternwarte, präsentiert unter dem Licht der Sterne, mit einführenden Worten von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

14. Juni 2007 | Dresden

T-Systems Multimedia Solutions

Wissenschafts-Talk:

"Mensch spielt Gott - selbstlernende Automaten auf dem Vormarsch"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

"Kunst im mathematischen Code" - mit Bildern von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

20. Juni 2007 | Bremen

Kunsthalle Bremen

Wissenschafts-Talk:

"Von Menschen und Maschinen: Das Ich, die Emotion und die Kunst"

Vernissage zur Computerkunst-Ausstellung:

Ex machina - Frühe Computergrafik bis 1979: Die Sammlungen Franke und andere Stiftungen in der Kunsthalle Bremen. Herbert W. Franke zum 80. Geburtstag

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

5. Juli 2007 | Karlsruhe

ZKM

Wissenschafts-Talk:

"Die universale Achterbahn: Im Netz der Illusion"

Aufführung "Hommage à E. M.":

Multimedia-Ballett für eine Tänzerin und einen interaktiv eingreifenden Bildgestalter

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

12. Juli 2007 | München

Akademie der Bildenden Künste München

Wissenschafts-Talk:

"Und Gott würfelt doch! Zufall und Notwendigkeit im Universum"

Multimediale Computerkunst-Performance:

Unter Mitwirkung von Herbert W. Franke

Weitere Informationen und Webcast zur Veranstaltung

Mit-Veranstalter

Medienpartner

Sponsor

Gesellschaft für Computergrafik und Computerkunst e.V. Phantastische Bibliothek Wetzlar Deutsche Gesellschaft für Photographie Deutscher Taschenbuch Verlag mce GmbH Spektrum der Wissenschaft Josef Keller GmbH & Co. Verlags-KG
Herbert W. Franke
Kunst-Karten-Kaufen

Bad Tölz
Marionettentheater

Der Kristallplanet

Das Marionetten-Stück "Der Kristallplanet" von Herbert W. Franke: ein Theaterstück aus der Zukunft für vier Marionetten und multimediale Bühnentricks. Weitere Infos zum Kristallplanet. Das "Making Of" finden Sie auf Hyperrraum.TV

Der Kristallplanet

Die Zukunftsmaschine

Frankes beste Kurzgeschichten

Die Phantastische Bibliothek Wetzlar veröffentlicht mit dem Titel "Die Zukunftsmschine" einen Sammelband mit den besten utopischen Kurzgeschichten von Herbert W. Franke. Sein erster Band mit superkurzen Short Stories, der bereits 1960 unter dem Titel "Der grüne Komet" bei Goldmann erschien, gilt als Klassiker der deutschen SF-Literatur. Der bibliophile Jubiläumsband kann bei der mce GmbH bestellt werden.

Die Zukunftsmaschine von Herbert W. Franke

Der Band enthält 49 Kurzgeschichten aus 49 Jahren, umfasst 285 Seiten und kostet 18,00 EUR.

"art meets science" im
Künstlerhaus Wien

Prof. Dr. Herbert W. Franke (rechts) anlässlich der Ausstellungs-Vernissage mit der Retrospektive seiner künstlerischen Arbeiten im Künstlerhaus Wien im Gespräch mit Prof. Dr. Heinz Zemanek (links); dieser gilt mit der Erfindung des "Mailüfterls" neben Prof. Dr. Konrad Zuse als Pionier der Computertechnologie.

Alle Veranstaltungen